Saatgutrecht

Freiheit für die Vielfalt

Das derzeitige EU-Saatgutrecht verdrängt die Vielfalt an Kulturpflanzen!

Gemeinsam mit anderen Erhaltungs- und Umweltorganisationen sowie bäuerlichen VertreterInnen hat ARCHE NOAH 2014 eine weitere Verschärfung des EU-Saatgutrechts verhindert. Die damals vorgesehenen Änderungen hätte die Saatgutvielfalt und deren Nutzung noch drastischer eingeschränkt. Mit breiter zivilgesellschaftlicher Unterstützung konnte dies verhindert werden – vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Dieses Jahr ist es nun so weit, wir stehen vor einer neuerlichen Überarbeitung des EU-Saatgutrechts. Die neue Reform birgt eine große Chance für die Saatgutvielfalt und ihre nachhaltige Nutzung. ARCHE NOAH setzt sich mit aller Kraft dafür ein, das Recht auf den freien Tausch von Saatgut durchzusetzen und seltene, alte und bäuerliche Sorten zurück auf unsere Äcker, Gärten und Teller zu bringen. Vielfalt muss Mainstream werden dürfen, der industrielle Standard für Saatgut muss freiwillig werden! Schluss mit gesetzlichen Beschränkungen auf kleine Mengen, kleine Sackerln, kleine Anbieter, Nischen und überbordender Bürokratie. Gemeinsam mit Saatgut-Initiativen aus ganz Europa setzen wir uns dafür ein die Vielfalt aus ihren bürokratischen Fesseln zu befreien!

 

 
(c) Arche Naoh Schiltern

Studie der EU–Kommission zur Saatgutrechtsreform ist da!

30. April 2021: Wie wir vor zwei Woche schon berichtet haben, hat ARCHE NOAH mit 35 Organisationen, einen gemeinsamen Brief mit unserer Vision für die Kulturpflanzenvielfalt an die EU Kommission geschickt. Gestern hat die EU-Kommission nun die erwartete Studie über die Optionen zur Modernisierung des Saatgutrechts veröffentlicht.

Wir begrüßen, dass die EU-Kommission endlich anerkennt, dass die derzeitige Gesetzgebung die Erhaltung und nachhaltige Nutzung pflanzlicher genetischer Ressourcen behindert. Allerdings sind wir alarmiert, dass die Kommission nicht ausschließt, das Tauschen von Saatgut mit dessen Vermarktung gleichzusetzen. Das Recht auf den freien Tausch von Saatgut, wie es im österreichischen Recht und im Völkerrecht verankert ist, darf nicht angegriffen werden!

Hier geht's zur Presseaussendung von ARCHE NOAH!

Hier geht's zur Studie der EU Kommission!

 
 
Saatgut

Eine gemeinsame Vision für die Kulturpflanzenvielfalt

15. April 2021: Heute ist ein gemeinsamer Brief unterzeichnet von über 36 verschiedenen Organisationen aus 20 Ländern an die europäische Kommission übergeben worden.

In den kommenden Tagen wird von der EU Kommission eine Studie über die Möglichkeiten einer Überarbeitung des Saatgutrechts veröffentlicht. Vor dem Hintergrund dieser möglichen Änderungen der Rechtsvorschriften haben wir gemeinsam eine Vision für die Kulturpflanzenvielfalt formuliert. Denn die bestehenden Regeln fördern die Uniformität- und kurzfristige Produktivität auf Kosten der Kulturpflanzenvielfalt, der Umwelt und der Vielfalt der AkteurInnen, die Saatgut entwickeln. Angesichts der Klima- und Biodiversitätskrise brauchen wir umso mehr rechtliche Rahmenbedingungen, die das Potenzial der Kulturpflanzenvielfalt schützt und fördert, um eine widerstandsfähige Landwirtschaft zu etablieren und somit auch künftig Ernährungssicherheit zu gewährleisten.

Wir freuen uns, gemeinsam mit so vielen Organisationen, als starke Stimme für die Vielfalt auftreten zu können.

Hier geht’s zum Brief!

 
 
Saatgutpolitik-Worskhop 2021

Saatgut in Bewegung

11. Februar 2021: Ende Jänner haben wir einen 2tägigen online Workshop über die geplante Reform des EU-Saatgutrechts organisiert. Gekommen sind fast 40 Menschen aus 17 europäischen Ländern, von Griechenland über Estland bis Luxemburg, von ErhalterInnen bis Bäuerinnen und Züchter zu Saatgut-ProduzentInnen. Schwerpunkte des Workshops waren Weiterbildung zum EU-Saatgutrecht, Erfahrungsaustausch von verschiedenen Organisationen und Ländern und die Arbeit an einer gemeinsamen Vision: Was wünschen wir uns für die Zukunft?

Das zweitägige Treffen war ein wichtiger Schritt, um die konkreten Probleme verschiedener Akteure zu sammeln und zu verstehen. Was uns wichtig ist: Ein neues Saatgutrecht muss auch einer Vielfalt an kleinen ZüchterInnen und Genbanken, Erhaltungsnetzwerken und Kleinbauern und –bäuerinnen gerecht werden, nicht nur industrieller Landwirtschaft und Saatgut-Konzernen.